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Amphibienschutz Sind Sie schon einmal in einer lauen Frühlingsnacht spät in der Nacht nach Hause gefahren und haben eine Straße gesehen, die von toten Kröten und Fröschen übersät ist? Oft ist so ein Erlebnis der erste Ansatz, sich mit diesen Tieren zu beschäftigen. Bei uns in der Gruppe führte dies dazu, einige Amphibienschutzzäune aufzubauen. Der erste stand viele Jahre zwischen Schierhorn und Dierkshausen, ca. 500 Meter lang. In der aktiven Wanderphase der Kröten – das sind je nach Wetter circa 6 Wochen im Frühjahr – müssen morgens zwischen 6.00 und 8.00 Uhr und abends zwischen 22.00 und 24.00 Uhr die Kröten, Frösche und Molche, die am Zaun entlang laufen und in die eingegrabenen Eimer fallen, eingesammelt werden und über die Straße zu ihrem Laichplatz gebracht werden. Wenn das Wetter besonders unangenehm ist, laufen sie besonders gut.... Es ist eine zweifelhafte Angelegenheit, wenn man nachts um 23.00 Uhr noch mal das Haus verlassen muß. Dazu sollte man sich mit Taschenlampe, Warnweste, Block und Kugelschreiber bewaffnen, denn die Arten und Anzahl der Tiere müssen erfasst werden. Zum Glück hatten wir in der Anfangszeit genug Helfer aktiviert, so wechselten wir uns ab mit dieser Aufgabe. Und wenn man dann in Massen sogenannte „Doppeldecker“ (Männchen umklammert Weibchen und läßt nicht los) rettet, ist es immer wieder eine Freude. Es folgten einige erfolgreiche Jahre, wir brachten in einer Saison manchmal über 2000 Tiere in „Sicherheit“. Der Zaun wurde dann im Jahr 1999 nicht wieder aufgebaut, da wir feststellten, dass die Amphibien sich zahlreich in den hinteren Teich und den dortigen Lebensraum zurückgezogen hatten und immer weniger die Strasse überquerten. Neue Helfer machen sich auf, einen Zaun zwischen Brackel und Holtorfsloh zu betreuen. Seit nunmehr 6 Jahren werden dort ca. 1000 Amphibien jährlich über die Strasse getragen. Wir vom NABU helfen beim Auf- und Abbau, die Betreuungsarbeit liegt aber in den Händen von amphibienbegeisterten Anwohnern. Das ist gut so, denn wir vom NABU haben nicht das Personal, überall im Einzugsgebiet Zäune zu betreuen. Immer wieder erreichen uns Anrufe von besorgten Mitbürgern, die gerne einen Zaun von uns gestellt und betreut haben wollen. Das können wir nicht leisten, sind aber gerne bereit, mit Rat und Tat zur Seite zu stehen, wenn engagierte Mitbürger sich um einen Zaun kümmern möchten. So haben wir auch den Nindorfern Anwohnern im „Peerhop“ ermöglicht, einen Zaun finanziert zu bekommen, um die dort lebenden Feuersalamander zu retten. Dieses Gebiet ist eines der wenigen Feuersalamanderbiotope in ganz Niedersachsen. Über 200 Feuersalamander wurden in der Saison 2006 gerettet. Natürlich gibt es noch mehr Möglichkeiten, die Amphibien zu retten. Vielerorts werden Tunnel unter den Straßen gebaut und die Frösche durch feststehende Zäune dort hindurch geleitet. Auch die Sperrung der Straße ist eine Möglichkeit, wenn es einen anderen Weg für die Autofahrer gibt. Dies alles wird aber nur finanziert und unterstützt, wenn man viele Jahre lang kartiert und den Beweis erbringt, dass es sich lohnt! Insofern liegen die Bemühungen unserer Amphibiengruppe hauptsächlich darin, deren Lebensräume zu erhalten, die durch intensive Landwirtschaft, die Trockenlegung von Ackerflächen, Mülleintrag, Fischhaltung und Gewässerverschmutzung bedroht werden. Wir betreuen einen Teich in unserem Gebiet, der die größte Laubfroschpopulation im Landkreis beherbergt, dorthin können Sie uns bei einer Nachtwanderung begleiten. Außerdem haben wir einen Teich in der Nähe von Eyendorf, der trockenzufallen drohte, ausbaggern lassen und wieder renaturiert. Dies haben wir bereits einmal in Wulfsen gemacht, dort sind Kreuzkröten heimisch. Wenn Sie sich für den Schutz von Amphiben interessieren, nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf! |
Arbeitseinsatz: Errichtung eines Krötenzauns