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a) Die Orchideenwiese
Im Jahre 1993 mußten wir handeln, denn ein Feuchtbiotop drohte durch Trockenlegung zerstört zu werden. Wir haben sofort reagiert und auf Anweisung der Naturschutzbehörde musste der Verursacher die Trockenlegung wieder aufheben. Der Eigentümer konnte aufgrund der Lage und Bodenbeschaffenheit keine landwirtschaftliche Nutzung mehr durchführen, da die Wirtschaftlichkeit nicht mehr gegeben war. Daher stand das Grundstück zum Verkauf. Im schlechtesten Fall wachsen dann die für das Landschaftsbild und die Erholung vielfach so interessanten Talniederungen zu. Die Lebensräume der Pflanzenarten, die an extensive Feuchtwiesenbewirtschaftung angepasst sind, werden überwachsen und dauerhaft verdrängt. Die wenigen heimischen Orchideen, die am Anfang dort standen, wären unweigerlich verschwunden. Aus diesem Grunde wollten wir dieses Grundstück unbedingt erwerben und unserem damaligen Vorstandsvorsitzenden Harald Dohse ist es gelungen, nach monatelanger Spendersuche den Kaufpreis zusammen zu bekommen. Seitdem trifft sich der Arbeitskreis des NABU jährlich, um in den feuchten Bereichen mit einem Mähbalken zu mähen und das Schnittgut von Hand mit Hilfe von Planen und Schubkarren herauszutragen. Am Rande der Fläche wird es in einem trockenen Bereich zwischengelagert, bis ein Landwirt das Mähgut dann abtransportiert. Nach einigen Jahren blühten dort über 500 Orchideen, das „Breitblättrige Knabenkraut“ und das „Gefleckte Knabenkraut“. Auch die Bachnelkenwurz begann sich auszubreiten.
Im Jahr 2010 konnte durch die Hilfe der Naturschutzstiftung des Landkreises Harburg die Hamburger Firma „Stein Promotions“ dazu gewonnen werden, diese Arbeit im Rahmen einer
Teamarbeit mit 60 jungen Leuten für den NABU zu übernehmen. Ein tolles Beispiel, wie man junge Leute zur Arbeit mit der Natur begeistern kann. Natürlich durfte das abendliche
gemeinsame Grillen dann nicht fehlen.
Die Erfahrung zeigt der Gruppe, dass wie in den Vorjahren 10 Mitstreiter zu wenig und 60 Mitstreiter zu viele sind. 20 Helfer sind optimal, um die Arbeit in einer Zeit zu
bewerkstelligen, die für alle gern zu leisten ist.
Renate Prior
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Knabenkraut
Knabenkraut
b) Die Uferschwalbenwand am Schillenberg
Bereits seit 1972 kümmern sich Vogelschützer um Uferschwalben – im Volksmund auch Sandschwalben genannt – in unserem Gebiet. Seit 1981 können wir anhand von jährlichen Aufzeichnungen eine
Aussage machen, wie viele Brutpaare in den von uns betreuten Sandgruben in Wulfsen, Marxen, Schmalenfelde, Garstedt und Hanstedt brüten und den Rückflug im September nach Afrika angetreten
haben.
Am meisten beschäftigt uns die Uferschwalbenkolonie am Schillenberg zwischen Hanstedt und Quarrendorf. Hier muss nicht nur jährlich die Wand begradigt werden, sondern evtl. Abbrüche müssen
begradigt und der Zaun immer wieder repariert werden. Hier haben wir tatkräftige Hilfe vom Bautrupp des Landkreises. Auch der Eigentümer der Fläche hilft mit Pfählen und anderen Arbeiten.
Auch Aufwuchs muß entfernt werden. Bäume direkt an der Wand bieten den Greifvögeln guten Unterschlupf, um sich als Räuber zu betätigen. Zu diesem Thema gibt es auch immer wieder Diskussionen
innerhalb der Arbeitsgruppe, ob man nicht die Bäume doch stehen lassen kann. Hier muss aber allen deutlich sein, dass die Wand nur solange existiert, solange dort Uferschwalben sind. Wenn diese
dort nicht mehr brüten, wird die Wand wieder abgeflacht und der sie umgebenden landwirtschaftlichen Fläche zugeschlagen. Dies steht so in einem Vertrag zwischen Eigentümer, Landkreis und
NABU.
Ohne Pflege und Schutz der Kieswände wären die Uferschwalben aus unserem Gebiet bereits verschwunden und wir könnten sie nur noch an den Abbruchkanten der Ostseeküste sehen.
Einige Zahlen:
Im Jahre 1989 gab es den „Hanstedter Brutröhrenrekord“ mit 320 Röhren am Schillenberg.
Im Jahre 1996: Hanstedt 200 Brutröhren / Marxen 65 / Wulfsen 133 / Schmalenfelde 193
Im Jahre 1997: Hanstedt 270 Brutröhren / Marxen 119 / Wulfsen 91 / Schmalenfelde 0 / Garstedt 29
Die Uferschwalben nahmen in den folgenden Jahren kontinuierlich ab, was zum einen an Umwelteinflüssen lag, zum anderen aber auch an Sandentnahmen zur falschen Zeit, Zerstörung durch
Vandalismus, zu viel Aufwuchs.
Unseren Schwerpunkt haben wir mittlerweile auf die Uferschwalbenwand am Schillenberg gelegt, im Jahre 2005 waren dort überhaupt keine Schwalben mehr und durch gemeinsame Anstrengungen mit
Landkreis, Gemeinde, Eigentümer und NABU wurden in den letzten beiden Jahren wieder ca. 30 bis 40 Brutröhren besetzt.
Helfen wir also weiterhin, dass die Uferschwalben sich bei uns wohl fühlen!
Renate Prior
c) Die Feuchtwiese bei Dierkshausen
d) Die Kopfweiden bei Quarrendorf