Wir über uns - Veranstaltungen

Für Mensch und Natur


Fischotter, Lachs und Forelle Renaturierung der Luheaue, Exkursion vom 09.04.2016

Unsere Exkursion vom Samstag, den 09.04.2016 stand unter einem besonderen Stern. An drei verschiedenen Treffpunkten kamen interessierte NABU-Mitglieder und naturinteressierte Menschen zusammen. An den einzelnen Treffpunkten sammelten wir uns und fuhren dann in Fahrgemeinschaften zum endgültigen Treffpunkt nach Putensen. Unsere 1. Vorsitzende Ulrike Müller hatte diese Exkursion bin ins kleinste Detail organisiert. Wir waren sichtlich erfreut, als sich über 60 Teilnehmer zur Exkursion an der schönen Luheaue einfanden. Es war die erste gemeinsame Exkursion mit unseren regionalen Partnergruppen vom NABU-Buchholz und vom NABU-Winsen-Luhe. Gemeinsam mit Herrn Gumz von der Unteren Naturschutzbehörden Herrn Gashahn vom Fischereisportverein Hoopte-Winsen e.V. konnte die Begehung zu der geschützten Luheaue starten. 2015 wurde die Luheaue zwischen Luhmühlen und Putensen aufwendig renaturiert.

Das Gelände gehört Cornelius Reemtsma, der die Fläche dem Landkreis zur unbegrenzten Nutzung überlassen hat. Das Projekt zur Renaturierung begann bereits 2004, wobei in der ersten Phase vor allem der Eigentümer überzeugt und die Finanzierung gesichert werden musste. Das Ziel dieses gewaltigen Projektes ist die Fischotter-Populationen von Brandenburg und Schleswig-Holstein wieder miteinander zu vernetzen.

Foto: Nabu Melanie Ronde
Foto: Nabu Melanie Ronde

Herr Gumz erklärte die Hindernisse auf dem Wege der Renaturierung. Obwohl die Planungsphase recht unkompliziert war, musste erst noch die Obere Naturschutzbehörde überzeugt werden. Die Planung der Renaturierung sah eine Stromspaltung vor, die einen künstlichen Nebenarm der Luhe schuf. Trotz des in Fachkreisen umstrittene Vorhaben, wurde die Spaltung genehmigt. Paddelboote konnten so auf den Hauptarm um das Naturschutzgebiet herum gesteuert werden.

Foto: Nabu Melanie Ronde
Foto: Nabu Melanie Ronde

Beim Betreten des Naturschutzgebietes wies uns ein Schild auf alle Verbote hin. Dieses Schild ist notwendig, um der ungestörten Natur ihren Schutzraum zu sichern und ihn quasi vor dem Menschen zu schützen. Somit war unsere Exkursion an sich schon etwas sehr  Besonderes.

Foto: Nabu Melanie Ronde
Foto: Nabu Melanie Ronde

Mit schlappen 26.800 Kubikmetern Sand wurde die Flussaue neu ausgestaltet, ein Teil des erschlossenen Geländes wurde mit Eichen bepflanzt und entsprechend eingezäunt, um sie vor Wildbiss zu schützen.

Kiesaufschüttungen sorgen dafür, dass der Wasserspiegel nicht sinkt. Der Kies hat aber noch ein weitere ganz wesentliche Funktion: er hält das Wasser klar und sorgt so für ein gutes Klima . Gutes Wasserklima ist die Lebensgrundlage für Wasserpflanzen, Fische, Muscheln und Kleinstlebewesen, die zwischen den Kieseln zum Beispiel ihre Eier ablegen.

Durch die in der Vergangenheit erfolgte Begradigung der Luhe bekam das Gewässer eine so schnelle Fliessgeschwindigkeit, dass Schwebstoffe zu schnell abtransportiert wurden. Durch eine Verbreiterung der Luhe wurde einer Überschwemmung im landwirtschaftlich angrenzenden Bereich vorgesorgt. Bei Niedrigwasser versandete die Luhe allerdings und mit ihr erstickte die Bodenfauna. Die Flussperlmuschel starb aus. Sie war einst in allen Heidebächen vertreten. 

Der Fischereisportverein Hoopte-Winsen e.V. verspricht sich auf lange Sicht die Möglichkeit einer Wiederansiedlung der Flussperlmuschel. Auch die Meerforelle soll hier wieder heimisch werden. Durch künstlich geernteten Laich und künstlicher Aufzucht, versucht der FSV Winsen-Hoopte die Meerforelle wieder anzusiedeln.

Nun warten noch alle gespannt auf die Ankunft der Otter, die auf natürlichem Wege wieder in die Luheaue finden müssen. 

Auf unserem Ausflug in dieses schöne Naturschutzgebiet konnten wir während der Vorträge und bebilderten Erläuterungen auch einen anmutig schwebenden Silberreiher beobachten. Andere Besucher sichteten auch Graureiher, einen Mäusebussard, Fitis, Singdrosseln und Heidelerchen. Vermutlich überflogen uns auch Waldwasserläufer, die aber aufgrund der scheinenden Sonne nicht endgültig bestimmt werden konnten. Besonders niedlich anzuschauen war unser kleinster Besucher, der der Magie des Wassers nicht widerstehen konnte.

 

Zum Abschluss, als hätte das Tierchen auf seinen Auftritt gewartet, besuchte uns neugierig ein gut genährter Nutria mit seinem Jungen. Rasch verzogen sie sich wieder, als sie bemerkten, dass sie nicht allein waren.

Der Abend klang gemeinsam in informativer Runde gemütlich bei Steinofenpizza und Getränken in Hanstedt aus.

 

 

 

- weiter Fotos folgen-

Vielen Dank an dieser Stelle für die vielen tollen Bildzusendungen und den Textzugaben an:

Johanna Romberg, Ingo Ahrens vom NABU Winsen-Luhe, Sylvia Hepe vom NABU Hanstedt/Salzhausen und xx vom Barfußpark Egestorf.